{"id":8280,"date":"2016-06-22T21:33:51","date_gmt":"2016-06-22T19:33:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gymbsb.de\/?p=8280"},"modified":"2016-06-29T11:33:55","modified_gmt":"2016-06-29T09:33:55","slug":"industriesgtandortfaktoren-einmal-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gymbsb.de\/?p=8280","title":{"rendered":"Industriestandortfaktoren einmal anders!"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-8276\" alt=\"Exkursion Kabelmetall 150616 026\" src=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-1365x1024.jpg 1365w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-618x463.jpg 618w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-138x104.jpg 138w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Exkursion-Kabelmetall-150616-026-444x333.jpg 444w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Exkursion des Erdkunde Grund- und Leistungskurses 11 nach Osnabr\u00fcck zur \u201eKME \u2013 Kabelmetall\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeugnisnoten stehen fest, bis zu den Sommerferien sind es nur noch wenige Tage, da k\u00f6nnte man ja einen Film\u2026..! Nein, das hatten wir ja schon! Da waren sich die beiden Geographielehrer J\u00fcrgen Gundlach und Peter Gahm einig. Sinnvoll w\u00e4re eine Exkursion \u00fcber ein Thema, das einerseits kurs\u00fcbergreifend und andererseits auch global g\u00fcltig sein sollte. Hier bieten sich die \u201eIndustriestandortfaktoren\u201c, also Infrastrukturen, Arbeitskr\u00e4fte, Agglomerationsvorteile, Rohstoffe, Energiequellen, Absatzmarkt, usw., sog. \u201eharte Standortfaktoren\u201c bzw. Werbewirksamkeit, Wohn- und Freizeitwert des Standortes oder pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde der Arbeitsnehmer, diesen zu w\u00e4hlen, sog. \u201eweiche Standortfaktoren\u201c, an, die man auf alle Industrietypen weltweit anwenden kann, sodass sie in Bezug auf die drei aktuell abiturrelevanten Kursthemen \u201eDeutschland in Europa\u201c, \u201eRussland und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion\u201c sowie \u201eRaum S\u00fcdostasien\u201c, in denen spezifische Industrien eine zentrale Rolle spielen, auch als Exkursionsthema lernf\u00f6rdernd wirken.<!--more--> Das Thema war damit klar, also fehlte noch das passende Objekt in erreichbarer N\u00e4he. Ein wei\u00dfer Fleck auf der \u201egeographischen Agenda\u201c der beiden Fachlehrer war schnell gefunden: \u201eKME \u2013 Kabelmetall Osnabr\u00fcck\u201c, eine der regional bekanntesten, global agierenden Unternehmen aus der Industrietypklasse der \u201eGrundstoff- und Produktionsg\u00fcterindustrie\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Schmelzofen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8277\" alt=\"KME Schmelzofen\" src=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Schmelzofen.jpg\" width=\"192\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Schmelzofen.jpg 192w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Schmelzofen-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>KME unterh\u00e4lt 15 Produktionsst\u00e4tten in Deutschland\/Europa sowie den USA und China. Die drei Unternehmensbereiche eines der gr\u00f6\u00dften Hersteller von Erzeugnissen aus Kupfer und Kupferlegierungen gliedern sich in \u201eRohrsyteme und Walzerzeugnisse\u201c, \u201eSondererzeugnisse\u201c sowie \u201eMessingerzeugnisse\u201c. Schon daran erkennt man, dass Kupfer als Werkstoff ein Tausendsassa ist, der uns allt\u00e4glich begegnet, nicht nur in Form von klassischen Kupferd\u00e4chern oder als Baustoff wetterfest verkleideter, optisch eindrucksvoller Hausfassaden, sondern und vor allem auch in den innovativen technischen Einrichtungen der modernen Kommunikations- und Elektrotechnik unserer Informations-gesellschaft oder im Automobilbau. Weitere Verwendung findet Kupfer in Heiz- und K\u00fchlungsrohren, Schiffsbau und Offshore-Installationen, als Gef\u00e4\u00dfmaterial in Braubottichen von Bierbrauereien, als Anoden beim Verkupfern oder als Legierungsmaterial verschiedener Legierungen wie Bronzen und Messing. An dieser Stelle muss die t\u00e4glich genutzte Eurom\u00fcnze genannt werden, die bei KME als Rohling produziert wird.<\/p>\n<p>Kupfer \u2013 der Name leitet sich von lat. \u201eCuprum\u201c ab, mit dem Hinweis auf Zypern (Cyprum), d.h. \u201edas Erz von der griechischen Insel Zypern\u201c, auf der im Altertum Kupfer gewonnen wurde \u2013 war eines der ersten Metalle, das die Menschheit in ihrer Genese verwendete. Schlaglichtartig soll hier nur an die \u201eBronzezeit\u201c (ca. 2000 &#8211; 800 v. Chr.) oder die Bronzehelme und Brustpanzer antiker Hopliten des griechischen Dichters Homer erinnert werden, die die junge Generation h\u00f6chstwahrscheinlich nur aus dem Film \u201eTroja\u201c kennen, wo u.a. Prad Pitt, den Achilles verk\u00f6rpernd, diesen Werkstoff anschaulich demonstriert hat oder an die Bronzekanonen des \u201eber\u00fchmten\u201c Filmpiraten \u201eJack Sparrow\u201c, den fast jeder Sch\u00fcler kennt, anlehnend an die Historie der Karibikfreibeuter des 17. Jahrhunderts wie Henry Morgan oder Blackbeard\u2026..<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Walzwerk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8278\" alt=\"KME Walzwerk\" src=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Walzwerk.jpg\" width=\"191\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Walzwerk.jpg 191w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Walzwerk-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a>Aber nun zur\u00fcck zum Rundgang durch das 540.000 m<sup>2<\/sup> gro\u00dfe Werksgel\u00e4nde der KME, das ca. 163, zum Teil denkmalgesch\u00fctzte und damit bauhistorisch interessante Geb\u00e4ude aufweist. Nach der einleitenden Begr\u00fc\u00dfung folgte die Vorf\u00fchrung eines informativen Films \u00fcber die wesentlichen Produktions-prozesse, Standortfaktoren und Historie des 1873 gegr\u00fcndeten Werks. Mit diesem Grundwissen mental ger\u00fcstet, war nun die \u201eHardware\u201c dran. Jeder Exkursionsteilnehmer erhielt Sicherheitsschuhe, Warnweste, Schutzhelm nebst Schutzbrille und zuletzt einen Funkkopfh\u00f6rer, damit auch bei L\u00e4rm Erkl\u00e4rungen der sechsk\u00f6pfigen F\u00fchrungscrew geh\u00f6rt werden konnten.<\/p>\n<p>Und los ging es, immer dem \u201eWeg der Wertsch\u00f6pfung bzw. Veredlung\u201c des Schwermetalls folgend. Die Wertsch\u00f6pfung bei KME umfasst alle Stufen der Veredlung des Ausgangsmaterials Kupfer zu Halbzeugen, die weiter verarbeitet werden und Fertigprodukten. Kathoden, das sind Kupferplatten aus der Kupferverh\u00fcttung und Sekund\u00e4rrohstoffe aus dem Recycling werden zun\u00e4chst eingeschmolzen, ggf. raffiniert und kontinuierlich im Strang zu \u201eBrammen\u201c, d.h. mehrere Meter langen, massiven Rohkupferquadern oder runden \u201eBillets\u201c vergossen. Am Anfang steht \u00a0also der h\u00f6chst imposante Schmelzofen, in dem Kupfer bei ca. 1083 \u00b0C verfl\u00fcssigt wird. Nicht weniger beeindruckend waren die sich anschlie\u00dfenden Verformungsprozesse. Im Walzwerk werden die Brammen zu B\u00e4ndern, Tafeln oder Platten verschiedener Dicke, Breite und Qualit\u00e4t umgeformt. <a href=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Wasserturm-und-historische-Geba\u0308ude.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8279\" alt=\"KME Wasserturm und historische Geba\u0308ude\" src=\"http:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Wasserturm-und-historische-Geba\u0308ude.jpg\" width=\"192\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Wasserturm-und-historische-Geba\u0308ude.jpg 192w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/KME-Wasserturm-und-historische-Geba\u0308ude-138x104.jpg 138w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>Zum weltweiten Versand rollt man z.B. die Kupferb\u00e4nder dann zu sog. \u201eCoils\u201c zusammen, \u201eRiesenkupferschnecken\u201c, die per LKW, Bahn oder Schiff zur Endverarbeitung gelangen. In Pressen, das sind hydraulische \u201eKraftprotze\u201c, die mehrere Tausend Kilonewton Druck aufbauen k\u00f6nnen, entstehen aus den runden Kupferbillets durch Strangpressen und Ziehen Rohre, Profile und Kupferstangen, die z.T. durch spanabhebende Verfahren weiter veredelt werden. Nach ca. drei Stunden h\u00f6chst spannender, aber auch launiger F\u00fchrung, die F\u00fchrungscrew wechselte sich an den einzelnen Stationen ab, wurde der Rundgang beendet. Hier sei den \u201eJungs\u201c von der KME gedankt, die keine der Exkursionistenfragen unbeantwortet lie\u00dfen und sich als echte Profis ihres Fachs auswiesen. \u201eTraditionsgem\u00e4\u00df\u201c endete die Exkursion dann in einer von Sch\u00fclern hei\u00df geliebten \u201eBoulettenschmiede\u201c und leider nicht in der von der F\u00fchrungscrew sehr gelobten Werkskantine. Die werden wir beim n\u00e4chsten Besuch testen, denn wir kehren mit Sicherheit wieder!<\/p>\n<p><em>Gahm<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exkursion des Erdkunde Grund- und Leistungskurses 11 nach Osnabr\u00fcck zur \u201eKME \u2013 Kabelmetall\u201c Die Zeugnisnoten stehen fest, bis zu den Sommerferien sind es nur noch wenige Tage, da k\u00f6nnte man ja einen Film\u2026..! Nein, das hatten wir ja schon! Da waren sich die beiden Geographielehrer J\u00fcrgen Gundlach und Peter Gahm einig. 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