{"id":17269,"date":"2022-10-07T15:18:24","date_gmt":"2022-10-07T13:18:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gymbsb.de\/?p=17269"},"modified":"2022-10-12T15:14:54","modified_gmt":"2022-10-12T13:14:54","slug":"europaeische-nerze-doch-keine-pelzmaentel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gymbsb.de\/?p=17269","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Nerze &#8211; doch keine Pelzm\u00e4ntel?"},"content":{"rendered":"\n\n\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Das Seminarfach \u201eZoo\u201c von Frau Wobker war zu Besuch beim EuroNerz e.V. in Hilter!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19. September 2022, ca. 13 Uhr Abfahrt vom Gymnasium Bersenbr\u00fcck:\u00a0<span style=\"font-size: revert;\">21 motivierte Sch\u00fclerInnen und Frau Wobker begaben sich statt wie sonst in den Zoo Osnabr\u00fcck auf die Reise Richtung Teutoburger Wald zum EuroNerz e.V. in Hilter. Als um 14:30 Uhr auch (fast) alle p\u00fcnktlich auf dem Gel\u00e4nde von Wolfgang Festl angekommen sind, haben wir zun\u00e4chst Herrn Festl pers\u00f6nlich kennengelernt. Er ist der Gr\u00fcnder des EuroNerz e.V.s und hat f\u00fcr seine Arbeit bereits das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Gleich zu Beginn unseres Besuches hat er uns von der Entstehung und den Hauptaufgaben des Vereins berichtet. Herr Festl selbst besch\u00e4ftigt sich seit 25 Jahren mit Nerzen und hat den Verein 1998 in Osnabr\u00fcck gegr\u00fcndet. Durch Forschungsarbeiten \u00fcber Nerze und \u00e4hnliche Tiere an der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck wurde er auf den Europ\u00e4ischen Nerz aufmerksam.<\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Nach dieser kurzen, aber informativen Einf\u00fchrung haben wir uns sein selbst erbautes Nerzgehege angeschaut, in welches wir aufgrund des \u201etollen\u201c Wetters (es regnete in Str\u00f6men) auch direkt hineingegangen sind. Das Geb\u00e4ude besteht aus einem Mittelgang, in dem wir uns aufhielten und von dem aus die Tiere gef\u00fcttert, umgesiedelt und in Paarungsgehege gesetzt werden. Zudem verf\u00fcgt das Innengehege \u00fcber die ein Meter mal vier Meter gro\u00dfen Gehegen der Nerze. In einem dieser Gehege lebt in der Regel jeweils ein Nerz. Jedes Gehege ist mit einem Wasserbecken und Pflanzen ausgestattet (siehe Bild 1). Es wurde uns au\u00dferdem berichtet, dass der Verein zum Ziel hat, einen stabilen Wildtierbestand der hierzulande zuvor schon ausgestorbenen Tierart aufzubauen. Daf\u00fcr \u00fcbernimmt der Verein s\u00e4mtliche logistische Aufgaben, wie zum Beispiel die Verpaarung der Tiere, den Transport tr\u00e4chtiger F\u00e4hen zwischen den Zoos\/Tierparks, in denen sie ihre Jungtiere zur Welt bringen und als Artenbotschafter dienen, bis hin zur Auswilderung der Jungtiere. Da wir uns auch im Unterricht mit dem Thema Artenschutz und Auswilderung besch\u00e4ftigen, haben uns besonders die neuen Erkenntnisse, die durch die Auswilderung gemacht werden, interessiert. Es ist allgemein noch zu wenig \u00fcber Europ\u00e4ische Nerze bekannt, da diese leider oft in Verruf durch \u201eNerzfarmen\u201c geraten. Das \u00dcberraschende jedoch ist, dass Europ\u00e4ische Nerze gar nicht auf solchen Farmen gehalten werden. Bei diesen Farmnerzen handelt es sich um den Amerikanischen Nerz, der unter dem Namen Mink bekannt ist. Der Mink und der Europ\u00e4ische Nerz sind nicht sehr nahe verwandt. Dennoch kommt es eben leider oft zu solch einer Verwechslung.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Um mehr \u00fcber die Nerze herauszufinden, notiert Herr Festl sich das Verhalten der Nerze genau. Bevor die Nerze ausgewildert werden, werden sie mit Sendern versehen, um ihre Aktivit\u00e4ten in der freien Wildbahn zu verfolgen. Diese Sender sind nach einigen Forschungen an der Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck die beste M\u00f6glichkeit. So wurden auch Halsb\u00e4nder oder Geschirre getestet, aber da Nerze gro\u00dfe Gewichtsschwankungen innerhalb eines Jahres haben, w\u00e4ren die Halsb\u00e4nder teilweise zu gro\u00df und im anderen Teil des Jahres zu eng. Eine in einem Tierpark aufgestellte These zum Thema Aufzucht von Nerzen konnte durch die Beobachtungen der Tiere nach einer Auswertung der Sender au\u00dferdem best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Auch wenn viele unserer KursteilnehmerInnen die zu bestaunenden Nerze sehr niedlich fanden, stellte Herr Festl klar, dass es seiner Meinung nach f\u00fcr eine zielf\u00fchrende Beobachtung vonn\u00f6ten sei, die Tiere mit Abstand zu betrachten und sie nicht auf deren \u201eNiedlichkeit\u201c zu reduzieren. Deshalb haben die Nerze auch keine Namen, sondern werden mit Nummern identifiziert. Dabei wird zwischen den Geschlechtern unterschieden. So ist ein weiblicher Nerz (F\u00e4he bzw. engl.<em> female<\/em>) zum Beispiel mit \u201eF (Nummer)\u201c gekennzeichnet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Uns wurde allen schnell bewusst, wie viel Zeitaufwand Herr Festl in den Verein steckt. Da ist es nicht \u00fcbertrieben zu behaupten, er habe in seiner Rente nicht weniger zu tun als in seiner Zeit als Tierpfleger im Zoo Osnabr\u00fcck. Wir denken es ist bewundernswert, dass Herr Festl so viel Arbeit, Zeit und vor allem Geld in diese Tiere steckt, denn er hat gerade zu Beginn sehr viel aus eigener Tasche finanziert, wie zum Beispiel die Gehege der Nerze.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Unseren Besuch, den wir bei erneutem Regen vor dem Watussi-Gehege (afrikanische Hausrinder) in Herrn Festls Garten beendeten, war ein voller Erfolg f\u00fcr alle.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: justify;\">Ein gro\u00dfes Dankesch\u00f6n gilt Herrn Festl f\u00fcr die Zeit, die vielen Berichte und Geschichten!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-17360\" src=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Unbenannt.png\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"257\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Unbenannt.png 285w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/Unbenannt-226x300.png 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-17361\" src=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2.png\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2.png 262w, https:\/\/www.gymbsb.de\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/2-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Bild 1: Ein Nerzgehege zweier R\u00fcden, welche eine Woche sp\u00e4ter ausgewildert werden sollen.\u00a0<\/em><em>Zuvor werden sie kurz vorher mit Lebendfutter angelernt. Hierf\u00fcr bekommt der Verein eine Sondergenehmigung, denn Lebendf\u00fctterungen sind sonst strengstens untersagt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Bild 2: Eine F\u00e4he, die uns wohl genauso interessant fand wie wir sie!<\/em><\/p>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Seminarfach \u201eZoo\u201c von Frau Wobker war zu Besuch beim EuroNerz e.V. in Hilter! 19. September 2022, ca. 13 Uhr Abfahrt vom Gymnasium Bersenbr\u00fcck:\u00a021 motivierte Sch\u00fclerInnen und Frau Wobker begaben sich statt wie sonst in den Zoo Osnabr\u00fcck auf die Reise Richtung Teutoburger Wald zum EuroNerz e.V. in Hilter. 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