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Arbeitsgemeinschaft Begabtenförderung Literatur  

Im Schuljahr 2005/06 beschäftigt sich die AG Literatur, die von Herrn Biermann betreut wird, mit Themen und Motiven der Literatur. Unter anderem stand Goethes „Faust“ auf dem Programm. Die Schüler erforschten zunächst die Goethe-Zeit, Goethes Leben und Werk sowie die Geschichte des Faust-Stoffes. Dann stand ein Besuch der Inszenierung des „Faust I“ im Theater der Stadt Osnabrück auf dem Programm. Der Themenkomplex wurde abgeschlossen mit Rezensionen dieser Aufführung durch die Schülerinnen und Schüler. Drei dieser Rezensionen folgen im Wortlaut.

Die AG Literatur trifft sich vierzehntägig Mittwochnachmittags zu einer Arbeitssitzung von 3 Unterrichtsstunden. Die Arbeit an den Themen der AG stellt für die beteiligten Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung dar, fordert sie doch in erheblichem Umfang eine sehr eigenständige Planung und Tätigkeit. Im kreativen Umgang mit literarischen Werken und Themen werden zugleich die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler geschult und gefördert.

I. Faust – eine Rezension  

In dieser Saison wird der Tragödie erster Teil im Stadttheater Osnabrück aufgeführt. Das Drama vom rastlosen Faust und des unschuldigen Gretchens wurde auf spektakuläre Weise von Holger Schultze inszeniert, einigen vielleicht besser bekannt als der neue Intendant der Städtischen Bühnen.

Dabei wird die beliebte Drehbühne auf effiziente Weise ausgenutzt. Schnelle „Bühnenwechsel“ zu den abstrakten Darstellungsorten, die ihre Seele erst durch die geflügelten Worte des Faust erhalten. Wenn dieser dann sein „Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“ rezitiert und dabei vergnügt in seiner kleinen Bodeneinlassung mit Wasser darin planscht, so meinte man sich vor einer duftenden Wiese zu befinden und die Erleichterung des Faust in den eigenen Knochen zu spüren.

Zurück in seiner Studierkammer, flammen die Wände auf und ein „erster Geist“ lässt die Mühe bei der Gestaltung der Lichteffekte erahnen. Schatten vereinen sich an der Wand, Räume stehen in hellen Flammen, und der rote Höllenschlund tut sich unter der Bühne auf, auch wenn nur eine kleine Klappe im Boden geöffnet wurde.

Faust, gespielt von Thomas Schneider, wähnt sich inmitten dieser Kulissen als sich regender Geist. Mit von Goethe verschnörkelten, doch von ihm klar gesprochenen Worten schildert er sein Schicksal und seine Wette mit dem Teufel, auf dass er immer jung, aber fortan rastlos umherstreife.

Nach der erfrischenden Pause beginnt dann die „zweite Handlung“ und unser Vagabund sucht sich sein Opfer: Gretchen, gespielt von Katharina Quast, als Unschuldige, vom Strom mitgerissene Pfarrerstochter. Sie wir gekonnt vom Mephisto, alias Steffen Gangloff, mit Geschmeide und einem schrägen Gitarrensolo in Fausts Bann gerissen. So verwirklichen die Hauptakteure ihr vorgegebenes Schicksal.

Der Zuschauer wird mehrmals von Schauspielern und Bühnentechnik direkt an den Rand der Hölle verfrachtet. Ein echtes Gänsehautfeeling. Das Publikum wird von der Obszönität dieser modernen Darstellung der alten Worte Goethes mitgerissen. So passt ein vermenschlichter Mephisto ins Konzept, stiehlt aber auch gerne dem Hauptakteur die Schau. So hat die Publikumswirksamkeit dieser „Horrorshow“ ihren fairen Preis.      M.B.

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II. Kurzweiliger Faust im Osnabrücker Stadttheater  

In dieser Saison wurde im Osnabrücker Stadttheater Goethes Klassiker ,,Faust“ aufgeführt.

Unter der Regie von Holger Schultze zeigten die Darsteller eine beeindruckende Leistung. Besonders herausragend waren dabei Thomas Schneider in der Rolle des Faust, der sich durch einen zweifelhaften Pakt mit dem Teufel die ewige Jugend garantieren und somit sich für das hübsche aber ebenso naive Gretchen attraktiv machen will, sowie Steffen Gangloff in der Rolle des zweifellos äußerst modernen Mephisto und Katharina Quarst als Gretchen.

Der Zuschauer erlebte eine moderne und zu keinem Zeitpunkt ermüdende Darstellung, der es nicht an nötiger Kreativität hinsichtlich sowohl der Kostüme als auch der Gestaltung des Bühnenbildes fehlte, wo für besondere Effekte die Drehbühne sorgte, die äußerst vielseitig genutzt wurde und zu einem abwechslungsreichen  Bühnenbild beitrug.

Ziemlich beeindruckend und somit herausstechend war die erste Szene, in der die drei Erzengel, dargestellt als Geschäftsleute, hinter einer Leinwand standen und dem Zuschauer somit ein beeindruckendes Schattenspiel geboten wurde.

Dass der Unterschied des leicht betagt aussehenden Faust vor und nach der Verjüngung und dem jungen zarten Gretchen leicht unglaubwürdig erschien, könnte jedoch der eine oder andere als störend empfunden haben.

Jedoch waren einige Szenen vielleicht ein wenig zu modern bzw. abstrakt dargestellt, sodass der Sinn nicht jedem ganz klar wurde. Alles in allem war es eine gelungene Inszenierung, die äußerst sehenswert ist, was von dem Publikum auch durch begeisterten Applaus bestätigt wurde.           L.M.R. 

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III. E-Gitarre und Karnevalshörner

 

Osnabrücker Stadttheater präsentiert gelungene Faust-Aufführung

 

,,Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug, als wie zuvor.“

Das wird sich vielleicht der ein oder andere unvorbereitete Schüler nach der Faust Aufführung des Osnabrücker Theaters gedacht haben.

Viele der anderen, die von sich sagen können: Ich habe Faust ,,[d]urchaus studiert, mit heißem Bemühn", waren jedoch von der Faust-Aufführung sehr beeindruckt, auch wenn einigen Zuschauern ein E-Gitarre spielender Mephisto und ein Teufel mit blinkenden Karnevalshörnern etwas abstrakt vorkamen, was wiederum von anderen als modern und zeitgemäß gelobt wurde.

Schauspielerisch wurden die Rollen, zum Teil mit sehr viel Witz und Charme, überzeugend ausgearbeitet. Besonders die herrlich überdrehte und eigensinnige Figur des Mephistopheles wurde großartig dargestellt. Steffen Gangloff ist es gelungen dem Mephisto zusätzlich zu seiner grotesken Art auch ganz menschliche Züge zu verleihen. Fast wie ein Vertreter preist Mephisto dem Faust seinen teuflischen Pakt an: Die menschliche Seele gegen die ewige Jugend. Nur fällt auch Faust wohl auf das besagte „Kleingedruckte“ herein, denn die ewige Jugend ist ihm nur auf Erden gewährt und sobald er zu verweilen wünscht, verfällt seine Seele dem Teufel.

Leider büßte die Figur des Faust neben der des Mephisto an Bedeutung ein und ging teilweise etwas verloren, was die ansonsten gelungene Leistung des Thomas Schneider zum Teil abschwächte.
Auch das Gretchen wurde auf passende Art und Weise dargestellt. Der enorme Altersunterschied zwischen Gretchen und Faust, der auch nach der „Verjüngung“ noch deutlich zu erkennen war, ließ jedoch an der Glaubwürdigkeit der Beziehung zweifeln. Vielleicht wäre ein jüngerer Schauspieler hier die vorteilhaftere Wahl gewesen.
Trotz allem ist den Schauspielern ein großes Lob auszusprechen, das jegliche Kritik in den Schatten stellt.

Doch nicht nur die schauspielerischen Leistungen machten den Theaterbesuch zum Highlight. Besonders faszinierend waren die vielen besonderen Effekte, wie z.B. die Schattenspiele an der Wand und die Darstellung der Szene im Himmel. Auch der äußerst gehorsame Pudel ließ die Herzen der Zuschauer höher schlagen.

Des Weiteren war die Drehbühne des Osnabrücker Theaters in ständigem Gebrauch, was dem Zuschauer einen häufig wechselnden Schauplatz bot, welcher jedoch in einigen Abständen immer wieder das Zimmer des Faust darstellte, was wiederum eine gewisse Kontinuität in das Schauspiel brachte.

Schlussendlich ist zu sagen, dass es dem Osnabrücker Theater gelungen ist, den Klassiker „Faust“ auf sehr eindrucksvolle Art und Weise zum Leben zu erwecken.             S.W.

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  In den drei Schuljahren zuvor hatte sich die AG Literatur ein sehr umfangreiches Projekt vorgenommen: Ein komplettes Figurenlexikon zu J. R. R. Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“. Alle in diesem berühmten Roman mit Namen auftretenden Gestalten werden von den Schülern vorgestellt, wobei besonderer Wert auf die Charakterisierung der Figur sowie markante Zitate aus dem Werk gelegt wird.

Hier einige der Lexikonartikel als Beispiele (Originalzitate aus dem „Herrn der Ringe“ stehen stets in Kursivschrift.):

B

oromir:  Boromir ist der Sohn Denethors, des Statthalters von Gondor und dessen Thronfolger. Sein jüngerer Bruder ist Faramir. Boromir ist ein Mann von hohem Wuchs, edlen und ebenmäßigen Gesichtszügen, dunklem Haar und grauen Augen, die stolz und streng dreinblickten. Er war gekleidet und gestiefelt wie für eine Reise zu Pferde; und obwohl sein Gewand kostbar und sein Mantel mit Pelz gesäumt war, wiesen sie die Spuren eines langen Rittes auf. An seinem silbern glänzendem Kragen steckte ein weißer Stern; die Haare hingen ihm bis auf die Schultern herab. Ein großes Horn mit silbernem Mundstück, an seinem Gehänge befestigt, lag auf seinen Knien (Die Gefährten, S. 314). Er nimmt die lange Reise von Gondor nach Bruchtal auf sich, um über die Geschehnisse in der Welt aufgeklärt zu werden: In dieser bösen Stunde bin ich zu Elrond gekommen, über viele gefährliche Wegstunden hinweg: hundertundzehn Tage bin ich unterwegs gewesen, ganz allein. Doch ich komme nicht, um Verbündete für den Krieg zu gewinnen (Die Gefährten, S. 321). Er ist sehr eigensinnig und eigentlich ein Einzelkämpfer, trotzdem wird er zu einem der neun Gefährten ernannt. In der Gruppe um Frodo Beutlin ist er den anderen gegenüber sehr verschlossen, aber  versucht sich bei der Wegwahl einzubringen. Doch zum Missfallen von Gandalf kritisiert er diesen dabei scharf:  Was hatte es dann für einen Sinn, uns in diesen verfluchten Winkel zu führen?“ rief Boromir [...] ( Die Gefährten S. 397). Das Verhältnis zu den Hobbits ist gut. Er ist ihnen gegenüber sehr nett und rücksichtsvoll: Für die Halblinge wird das der Tod werden [...] Wir müssen etwas tun um uns zu retten (Die Gefährten, S. 377). Er bemerkt die Gefahr, die von dem Ring ausgeht, nicht und fordert bei Elronds Rat die Gemeinschaft auf, den Ring zu benutzen: „Lasst den Ring eure Waffe sein, wenn er so viel Macht besitzt, wie ihr sagt. Nehmt ihn und schreitet zum Sieg.“ ( Die Gefährten, S. 349) Elrond erklärt ihm daraufhin die Bedeutung des Ringes und es scheint, als hätte sich Boromirs Standpunkt geändert. Doch er hat nicht die Größe dem Ring auf Dauer zu widerstehen. Als die Gefährten am Ufer des Anduins landen und Frodo sich alleine zurückzieht, um über den weiteren Weg nachzudenken, folgt Boromir ihm. Er versucht zuerst ihm freundlich den Ring abzunehmen: „Bist du sicher, dass du dich nicht unnötig quälst?“ sagte er „Ich möchte dir helfen.“ (Die Gefährten, S. 514) Dann wird er direkter und fordert Frodo dazu auf, den Ring zu Gunsten Gondors einzusetzen: Und siehe da, in unserer Not bringt das Glück den Ring der Macht ans Licht! Er ist ein Geschenk, sag’ ich dir, ein Gunstbeweis des Schicksals für Mordors Feinde. Es ist Wahnsinn, ihn nicht zu gebrauchen, die Macht des Feindes nicht gegen ihn selbst zu kehren. Die Unerschrockenen, die Rücksichtslosen allein können den Sieg erringen. Was könnte ein Krieger, ein großer Heerführer, in dieser Stunde nicht alles tun. Was könnte Aragorn nicht tun? Oder, wenn er sich weigert, warum dann nicht Boromir? (Die Gefährten, S. 515) Er wird immer aufbrausender und will Frodo den Ring abnehmen um ihn selbst zu benutzen. Als er wieder zu sich findet, ist Frodo verschwunden: Er stand auf, fuhr sich mit der Hand über die Augen und wischte die Tränen ab. „Was hab ich gesagt?“ rief er. „Was hab ich bloß getan? Frodo, Frodo! Komm zurück! Der Wahnsinn hat mich geschüttelt, aber das ist vorüber.“ (Die Gefährten, S. 517) Boromir stirbt kurze Zeit später im Kampf gegen  Orks, als er heldenhaft versucht Merry Brandybock und Pippin Tuk zu retten: Er bläst zum letzten Mal in sein Horn, um Hilfe zu bekommen. Als Aragorn ihn findet, ist schon klar, dass dies sein Ende sein wird. Sterbend gibt Boromir sich die Schuld, dass Frodo verschwunden ist und fordert Aragorn dazu auf, sein Volk zu retten:  „Habe versucht, Frodo den Ring abzunehmen“, sagte er. „Tut mir Leid. Habe dafür bezahlt [...] Sie sind fort - die Halblinge- die Orks haben sie mitgenommen. Ich glaube sie sind nicht tot. Orks haben sie gefesselt.“ Er schwieg und schloss müde die Augen. Aber einen Moment später sprach er noch einmal. „Lebe wohl Aragorn! Geh nach Minas Tirith und rette mein Volk! Ich habe versagt“ (Die zwei Türme, S. 14). Aragorn, Gimli und Legolas legen den toten Boromir in ein Boot und überlassen ihn mit einer Zeremonie dem Strom des Anduin: Sie legten Boromir in die Mitte des Bootes, das ihn davontragen sollte. Die graue Kapuze und den Elbenmantel legten sie ihm zusammengefaltet unter den Kopf. Sie kämmten ihm sein langes, dunkles Haar bis zu den Schultern hinab. Um seinen Leib schimmerte der goldene Gürtel aus Lórien. Seinen Helm legten sie ihm an die Seite, auf den Schoß das gespaltene Horn und das Heft und die Bruchstücke seines Schwertes, zu seinen Füßen die Schwerter seiner Feinde ( Die zwei Türme, S. 17f.).

Boromir genoss immer das besondere Vertrauen seines Vaters, wie sich auch später in einem Gespräch zwischen Denethor und Faramir zeigt: „Wünschst du dir also“, sagte Faramir, „dass unsere Schicksale vertauscht worden wären?“ „Ja, das wünsche ich mir freilich“, sagte Denethor. „Denn Boromir war mir treu ergeben und kein Zauberlehrling. Er hätte der Not seines Vaters gedacht und nicht vertan, was das Glück ihm in die Hand gab. Er hätte mir ein gewaltiges Geschenk heimgebracht“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 98).

B

randybock, Meriadoc „Merry“:  [I]ch bin ein Brandybock, Merry Brandybock, aber meistens nennt man mich einfach Merry. (Die zwei Türme, S. 80) Merry ist ein Hobbit aus dem Auenland, der im Bockland, östlich des Brandyweins, im Schloss seiner herrschaftlichen Familie wohnt, dort, wo die Leute so komisch sind (Die Gefährten, S. 39), wie es zumindest die Hobbits aus Hobbingen finden.

Was Merry anbetrifft, so ist er anfänglich eher der zurückhaltendere, fast farblose Typ im Hintergrund, ohne nähere äußerliche Beschreibung oder bewegende Zitate. Jedoch durchlebt er während seiner Reise eine interessante Metamorphose, die ihn aufblühen und zum unentbehrlichen Kämpfer gegen Sauron werden lässt. Sein guter Beobachtungs- und Kombinationssinn lassen sich jedoch schon früh feststellen, zum Beispiel bei der Spionage Merrys gegenüber Frodo und der Reise des Rings. Auch den Willen zur Tat hat er: Wir [Merry und Pippin] haben eine entsetzliche Angst – aber wir kommen mit, oder wir verfolgen dich wie eine Hundemeute. (Die Gefährten, S. 146)

Mit Peregrin Tuk, kurz Pippin, der ebenfalls Freund Frodos ist, teilt Merry oft dasselbe Schicksal und die gleichen Gefühle. So wollen beide nicht von den „Großen“ einfach immer wieder zurückgelassen oder -geschickt werden, wie es Elrond in Bruchtal vorhat. Doch derjenige, der es vor Elrond ausspricht, ist der um einiges redseligere Pippin: Wir wollen nicht zurückbleiben, wir wollen mit Frodo gehen. (Die Gefährten, S. 360) Merry ist aber nicht so tollpatschig wie Pippin, der die Gruppe oft in Gefahr bringt.

Während des Abenteuers gibt es aber auch oft Momente, in denen Merry sich wünscht, nicht mitgekommen zu sein, an sich sehr zweifelt und mangelndes Selbstbewusstsein zeigt. Letztlich siegen diese Zweifel aber nicht, denn er wird noch große Dinge vollbringen. Aber der kleine Hobbit aus dem Auenland, der jedoch nach einem Trank Baumbarts um einiges wächst, erlebt auch viele schöne und besinnliche Augenblicke, die ihn betören, innerlich reifer und auch weiser werden lassen, wie in Lothlòrien, als er von Galadriels Blick tief durchschaut und an seiner sehnsüchtigsten Stelle erkannt wird …

Er lernt außerdem andere Welten, Rassen und Kulturen, wie die der Ents oder Waldmenschen, kennen. Und umso mehr der Wicht aus dem Dunkel der Welt auf sich allein gestellt ist, desto mehr ergreift er die Initiative und leistet wichtige Beiträge für den Ausgang des Ringkrieges. So stachelt er gemeinsam mit Pippin, nach ihrer Entführung durch die Orks, die Ents an, den Verräter Saruman zu stürzen.

Mit der Zeit ändert sich auch  Merrys Garderobe. Nach dem Aufenthalt in Lórien trägt er einen grauen Elbenmantel mit einem Elbenblatt als Spange und einen ihm von Celeborn und Galadriel zum Abschied geschenkten schmalen silbernen Gürtel mit blumenförmiger goldener Schnalle (Die Gefährten, S. 485) und als Ritter von Rohan eine improvisierte Rüstung.

Während seiner Zeit als Knappe der Riddermark zeigt sich seine unzerstörbare Treue, in diesem Falle Théoden gegenüber, dem er einen Schwur geleistet hat und mit dem er unbedingt in den Krieg ziehen möchte, was sehr wichtig für sein Selbstvertrauen und seine Selbstbestätigung ist: Warum, aber, o König, hast du mich als deinen Knappen angenommen, wenn ich nicht an deiner Seite bleiben darf? Und ich möchte in den Liedern nicht nur als der erwähnt werden, der immer zurückgelassen wurde! (Die Wiederkehr des Königs, S. 87)

Und so kam es, dass Meriadoc, der Hobbit, als der König ins Feld ritt, vor Dernhelm im Sattel saß (Die Wiederkehr des Königs, S. 87). Doch auch Dernhelm, der sich als Ritter der Mark ausgibt, zieht verborgen und heimlich in den Krieg, denn Dernhelm ist in Wirklichkeit Éowyn von Rohan,die in den Krieg ziehen wollte, aber nicht durfte. Doch ausgerechnet diese beiden Zurückgewiesenen sind diejenigen, die am meisten leisten: Sie töten den Anführer der Nazgûl: Merrys Schwert war ihm von hinten aufwärts durch den schwarzen Mantel und unter dem Panzer in sein gewaltiges Knie gefahren und hatte die Sehne durchstoßen. (Die Wiederkehr des Königs, S. 137) Und nur dieses Schwert, welches Merry in den Grabhöhlen im Norden gefunden hatte, hätte dies je bewirken können. Die Tat bringt dem oft unterschätzten Merry viel Respekt ein und er wird auf Éowyns Geheiß sogar zum Ritter der Riddermark geschlagen, obwohl er am weiteren Verlauf des Krieges nicht mehr teilnehmen kann, da er, durch den Anführer der Nazgûl schwer verwundet, im Koma liegt.

Doch nicht nur weltlichen Vorteil erntet er, auch sein Horizont wird mit der Begegnung erweitert: […] das wird er überleben, so stark und munter sind die Lebensgeister in ihm. Die Trauer wird er nicht vergessen, aber sie wird sein Gemüt nicht verfinstern, sondern ihn weiser machen.“ Dann legte Aragorn die Hand auf Merrys Kopf, strich ihm sanft durch die braunen Locken, berührte seine Augenlider und rief ihn beim Namen. Und als der Duft des Athelas sich im Raum ausbreitete, wie Duft von Obstgärten und bienendurchschwärmter Heide im Sonnenschein, da wachte Merry mit einem Mal auf und sagte: „Hab ich einen Hunger! Wie spät ist es?“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 170f)

Merry besitzt auch die Gabe, Emotionen zu zeigen; als er vom Tod des geliebten Königs Théoden erfährt, stürzt ihn dies in tiefe Trauer: Merry aber stand am Fuß des grünen Hügels, und er weinte; und als das Lied zu Ende war, rief er: „Théoden König! Théoden König! Lebe wohl! Wie ein Vater warst du mir, für kurze Zeit. Lebe wohl!“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 306)

Die „Schule“, durch die Merry gegangen ist, bestätigt sich, als die Hobbits nach ihrer Rückkehr ein schreckliches, von Saruman beherrschtes Auenland wiederfinden. Zusammen mit seinen Freunden befreit er das Auenland als großer Anführer. Und hier zeichnet sich auch noch eine andere Charaktereigenschaft ab, die vorher vermutlich nicht so ausgeprägt war, weil der Hobbit während der Reise in einflussreicherer Gesellschaft war, nämlich seine Vorliebe fürs Prächtige und Prunkvolle, die auch Pippin einholt. Mit ihren Liedern und Geschichten, ihrem Aufputz und den prächtigen Festen, die sie zu feiern verstanden, waren die beiden jungen Reisenden für das Auenland eine Sensation, und es war nicht bös gemeint, wenn man ihr Gebaren „fürstlich“ nannte, denn allen wurde ein bisschen warm ums Herz, wenn sie im schimmernden Panzerhemd und mit blitzendem Schild vorüberritten, ihre Späße machten und ihre fremdländischen Lieder sangen; und bei all ihrer Pracht und Großspurigkeit blieben sie im Übrigen doch unverändert, wenn man davon absehen wollte, dass sie nun beredsamer, lustiger und leutseliger waren als zuvor. (Die Wiederkehr des Königs, S. 370)

Zusammenfassend lässt sich wohl sagen, dass Merry ein kleiner Hobbit mit großer Persönlichkeit ist, oder, um es mit den Worten des das Leben aushauchenden Théoden zu sagen: Eine große Seele lässt sich nicht verleugnen. (Die Wiederkehr des Königs, S. 137)

 

D

enethor:  Denethor ist der hohe Statthalter von Gondor, Sohn Ecthelions und der Vater von Boromir und Faramir.

Am Fuß der Empore, auf der breiten untersten Stufe stand ein steinerner Stuhl, schwarz und ohne Zierat, und darauf saß ein alter Mann und hielt den Blick in den Schoß gesenkt. In der Hand hielt er einen weißen Stab mit goldenem Knauf. […] Pippin sah ein stolzes, kantiges Gesicht, die Haut wie Elfenbein und eine lange, gebogene Nase zwischen den dunklen tiefgründigen Augen, und es erinnerte ihn weniger an Boromir als an Aragorn (Die Wiederkehr des Königs, S. 24).

Denethor tritt erst im dritten Teil der Geschichte als Herr von Minas Thirith auf. Er ist hochmütig und scharfsinnig, ein Mensch von weit höherer Abkunft, obwohl er keine Königswürde trägt (Die Wiederkehr des Königs, S. 23). Denethor ist einer der weisesten aber auch zugleich stolzesten und wagemutigsten aus der Reihe der Statthalter. Er war es, der Osgiliath zurückeroberte und er war es, der danach die Übergänge über den Anduin lange halten konnte. Viele sagen er kann Gedanken lesen, denn [e]r hat Weitsicht. Er kann, wenn er seinen Willen darauf richtet, vieles wahrnehmen, was im Geiste anderer Menschen vorgeht, selbst solcher, die weit wohnen. Ihn zu täuschen ist schwer; es zu versuchen gefährlich. (Die Wiederkehr des Königs, S. 30) Manche sagen, wenn er des Nachts allein in seiner Kammer, hoch oben im Turm sitzt und seinen Sinn hierhin und dorthin lenkt, könne er etwas von der Zukunft erkennen; und manchmal suche er sogar den Feindin seinen Gedanken auf und ringe mit ihm (Die Wiederkehr des Königs, S. 37). Trotzdem erliegt Denethor einer schrecklichen Versuchung: Als die Gefahr für sein Reich wächst und er nicht mehr weiß was er tun soll blickt er in den Palantir, von dessen Existenz nur wenige wussten, uns so sah er auch Sauron, der so versuchte Denethor zu kontrollieren. Aber Denethor war zu mächtig, als dass ihn der dunkle Herrscher seinem Willen hätte unterwerfen können, doch dennoch sah er nur, was jener ihm zu sehen erlaubte. Das Wissen, das er so erlangte, war ihm zweifellos oft dienlich; doch das Bild von Mordors Übermacht, das man ihm zeigte, nährte in seinem Herzen die Verzweiflung, bis sein Geist ihr erlag (Die Wiederkehr des Königs, S. 155). Die einzige Person, die Denethor wirklich liebt und der er vertraut, ist sein erstgeborener Sohn Boromir. Als Boromir allerdings nicht von seiner Reise zurückkehrt und Denthor die Botschaft von dessen Tod erhält, steigert er sich noch weiter in seinen Wahnsinn hinein und das Verhältnis zu seinem zweiten Sohn, Faramir, wird noch mehr geschädigt: „Wünscht du dir also“, sagte Faramir, „dass unsere Schicksale vertauscht worden wären?“ „Ja, das wünsche ich mir freilich“, sagte Denethor. „Denn Boromir war mir treu ergeben und kein Zauberlehrling. Er hätte der Not seines Vaters gedacht und nicht vertan, was das Glück ihm in die Hand gab. Er hätte mir ein gewaltiges Geschenk heimgebracht.“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 98) Dies waren einige der letzten Worte die Denethor zu Faramir sagt, bevor er ihn als Hauptmann zu einem Himmelfahrtskommando nach Osgiliath schickt. Später jedoch, als Faramir mit einer so schweren Vergiftung, dass die Ärtzte sagen, sie könnten ihm nicht mehr helfen, nach Minas Tirith zurückkommt, erkennt Denethor, dass er auch seinen zweiten Sohn liebt. Dann als Gandalf zu ihm kommt ist er nicht mehr klar bei Sinnen und weißt diesen und seine Gefährten ab, weil er glaubt Peregrin Tuk ihn ausspionieren und Gandalf würde ihn nur ausnutzen.

Viele Faktoren tragen dazu bei, dass Denethor in der Stunde, in der der Untergang für Minas Tirith gewiss scheint, beschließt, sich und Faramir zu verbrennen: Ich geh zu meinem Scheiterhaufen! Kein Grabgewölbe für Denethor und Faramir! Kein Gewölbe, kein ewiger Schlaf der einbalsamierten Leiber! Brennen wollen wir, wie die Babarenkönige, bevor je ein Schiff von Westen hier landet. Der Westen ist am Ende. Geht und verbrennt! (Die Wiederkehr des Königs, S. 113). Faramir kann noch gerettet werden aber Denethor verbrennt mit dem Palantir in den Händen auf seinem selbst gebauten Scheiterhaufen. Und später habe jeder, so hieß es, der in diesen Stein blickte, sofern sein Wille nicht stark genug war, ihn zu etwas anderem hinzulenken, immer nur zwei in den Flammen verfallende Altmännerhände gesehen (Die Wiederkehr des Königs, S. 152).

So war Denethor also der letzte regierende Statthalter von Minas Tirith, denn danach übernahm König Elessar Aragorn die Herrschaft über Gondor und Statthalter gab es keine mehr.

 

E

lrond:  Elrond ist ein Halbelb und so stellt er sich vor: […] Earendil war mein Vater, der in Gondolin geboren war, bevor es fiel; und meine Mutter war Elwing, Tochter Diors, welcher der Sohn Luthiens von Doriath war. Drei Zeitalter habe ich im Westen der Welt erlebt, mit vielen Niederlagen und vielen fruchtlosen Siegen (Die Gefährten, S. 318). Mit seiner nun in den unsterblichen Landen lebenden Frau Celebrian hat er die Kinder Elladan, Elrohir und Arwen.

Elronds Gesicht war zeitlos, nicht alt und nicht jung, doch stand die Erinnerung an viel Freud und viel Leid darin eingeschrieben. Sein Haar war dunkel wie Schatten im Zwielicht und mit einem silbernen Reif gekrönt; seine Augen waren schön wie ein grauer Abend, und aus ihnen schimmerte ein Licht wie von Sternen. Ehrwürdig sah er aus wie ein König mit vielen Wintern auf dem Scheitel und doch rüstig wie ein kampferprobter Krieger in der Fülle seiner Kraft. Er war der Herr von Bruchtal und ein Mächtiger unter den Elben wie unter den Menschen (Die Gefährten, S. 297).

Selbst Gandalf sagt: Elrond ist ein Meister der Heilkunst. (Die Gefährten, S. 290) Auch beherrscht er die Fluten in Bruchtal, denn [d]er Fluss in diesem Tal schwillt wütend an, wenn er es für nötig hält die Furt zu sperren (Die Gefährten, S. 293). Alle Reden ihn mit „Meister Elrond“ an und in Gondor bezeichnet man ihn als den größten aller Gelehrten (Die Gefärten, S. 322). Er heilte Frodo Beutlin von seiner Verwundung durch das Morgulmesser des Anführers der Nazgul und er beruft den Rat ein, der über den Ring entscheiden soll. Er ist ebenso ein großer Magier wie Feldherr, denn einst schlug er viele Schlachten für Gil-Galad. Seine Magie und viele andere Fähigkeiten lassen sich darauf zurückführen, dass er der Trager des Elbenringes Vilya ist. Auch vor 3000 Jahren war Elrond schon bei Saurons Sturz dabei. Gil-Galads Herold war ich und marschierte mit seinem Heer. Ich kämpfte in der Schlacht auf der Dargolad vor dem schwarzen Tor von Mordor, wo wir den Sieg davontrugen, denn niemand hielt stand von Aiglos und Narsil, Gil-Galads Speer und Elendils Schwert. Das letzte Gefecht auf den Hängen des Orodruin sah ich mit an, wo Gil-Galad fiel und Elendil fiel und sein Schwert unter ihm zerbrach, […] (Die Gefährten, S. 318). Trotzdem schaffte selbst er es nicht, Isildur mit Cirdan davon zu überzeugen, den Ring zu vernichten.

Im zweiten und dritten Band tritt er dann in den Handlungshintergrund. Er tritt erst wieder auf, als er seine Tochter Arwen zu ihrer Hochzeit mit Aragorn begleitet, die er erst billigte, als Aragorn König geworden war.

Schließlich begibt sich Elrond später dann ebenfalls auf das letzte Elbenschiff, das Mittelerde zu den unsterblichen Landen verlässt.

 

G

amdschie, Samweis „Sam“:  Sam Gamdschie, der Sohn Hamfast Gamdschies, kommt gebürtig aus dem Auenland. Er arbeitet bei Frodo und  Bilbo Beutlin als Gärtner, bis Bilbo das Auenland verlässt. Er ist für einen Hobbit recht gebildet, denn Bilbo hat ihm unter anderem das Schreiben beigebracht. Im Auenland ist Sam für das Verbreiten von Gerüchten bekannt, da er sehr aufgeweckt und  neugierig ist. Als er Gandalf und Frodo bei dem Gespräch über den Ring belauscht, schlägt er, nachdem er aufgeflogen ist, vor, mit Frodo nach Bruchtal zu gehen denn er möchte Elben sehen, die er bewundert, weil er ihre freundliche Art sehr schätzt und ihre Sprache sehr mag: Wundervolle Leute, diese Elben, wundervoll (Die Gefährten, S. 122).

Zu Beginn der Reise ist sich Sam der Gefahr noch nicht bewusst und nimmt alles auf die leichte Schulter. Aber im Verlaufe der Reise wird Sam wesentlich verantwortungsbewusster, sodass auch Frodo eine Veränderung bemerkt: Frodo schaute Sam etwas verdutzt an, als suche er nach einem äußeren Zeichen der merkwürdigen Veränderung, die anscheinend mit ihm vorgegangen war. Er hörte sich nicht an, wie der Sam Gamdschie, den er zu kennen glaubte. Aber so, wie Sam dasaß, schien er ganz der Alte zu sein, nur dass sein Gesicht eine ungewohnte Nachdenklichkeit zeigte (Die Gefährten, S. 123).

Von Beginn bis zum Ende der Reise verteidigt er Frodo mit seinem Leben und ist ihm treu ergeben: „Wenn du nicht zurückkommst, Chef, dann ich auch nicht, soviel steht fest“, sagte Sam. „Verlass ihn bloß nicht! Haben sie zu mir gesagt. Ihn verlassen? Sag’ ich. Nie! Ich geh mit ihm, und wenn er auf den Mond klettert; und wenn einer von diesen schwarzen Reitern ihm in die Quere kommt, dann kriegt er’s mit Sam Gamdschie zu tun, hab ich gesagt, und sie haben gelacht.“ (Die Gefährten, S. 122)

Das sieht auch Pippin Tuk so: Merry und ich kommen mit. Dass Sam mitkommt ist gut und schön, er würde jedem Drachen in den Schlund springen, um dich rauszuziehen, wenn er nicht über die eigenen Füße stolpern würde (Die Gefährten, S. 144).

Sam will Frodo beschützen und ist deswegen sehr wachsam. Er belauscht zum Beispiel die Elben, obwohl sie keine Feinde sind.

Lutz das Pony hat er in sein Herz geschlossen: Für Sam ist das Tier ein sehr guter Freund. Als er sich entscheiden muss, mit Lutz oder Frodo zu gehen, geht er mit Frodo und entlässt Lutz in die gefährliche Wildnis. Dafür sucht er auch sogleich eine Entschuldigung, denn er ist sehr schuldbewusst: Ich musste mich doch entscheiden, Herr Frodo! Ich musste bei dir bleiben! (Die Gefährten, S. 400)

Aragorn mag Sam und seine misstrauische Art Fremden gegenüber sehr: Du bist mit allen Wassern gewaschen, Sam Gamdschie (Die Gefährten, S. 230).

Sam trägt ein besonderes Schwert derselben Art wie Merry Brandybock und Pippin. Die Schwerter haben sie bei Tom Bombadil bekommen.

Am Ufer des Anduin verlässt er mit Frodo zusammen, obwohl dieser ohne ihn losziehen will,  die anderen Gefährten, damit der Ring die Gemeinschaft nicht zerstört. Gollum führt, auf Frodos Wunsch, die beiden Hobbits in Richtung Mordor. Sam traut ihm nicht, aber Frodo glaubt an das Gute in Gollums  Herz. Trotzdem führt dieser sie zu Kankra, die Frodo betäubt. Sam wird benommen, aber durch seine unglaublich große Willenskraft angetrieben kämpft er gegen Gollum, Kankra und die Ohnmacht an. Sam ging auf sie los. Er torkelte wie ein Betrunkener, aber er ging auf sie los. Und Kankra gab sich endlich geschlagen. (Die zwei Türme, S. 426) Sam hält Frodo für tot: „Tot“, sagte er. „Er schläft nicht, er ist tot.“[…] Da warf er sich zu Boden und zog sich die graue Kapuze über den Kopf. In seinem Herzen wurde es Nacht, und er wusste von nichts mehr (Die zwei Türme, S. 427). Er nimmt verantwortungsbewusst den Ring an sich um ihn zu zerstören: „Keine Chance, mit dem Ding umzukehren und Rat oder Erlaubnis einzuholen. Nein, entweder bleib’ ich hier sitzen und warte, bis sie kommen und mich über Frodos Leiche totschlagen und das Ding nehmen, oder ich nehme es selbst und gehe los.“ Er holte tief Luft. „Da bleibt nur: Nimm es!“ (Die zwei Türme, S. 429) Sam hat den unbändigen Willen den Ring nach Mordor zu bringen um ihn dort zu zerstören, damit die Reise und Frodos Tod nicht umsonst waren. Er macht sich dennoch große Vorwürfe, dass er Frodos Leiche dort liegen lassen muss: Nie war ihm etwas so schwer gefallen und hatte ihm so wiederstrebt wie die ersten Schritte, die er nun tat. (Die zwei Türme, S. 430) Sam tut das, was er nie tun wollte: Er steckt sich den Ring auf den Finger und lässt Frodo im Stich. Der Ring ergreift sehr schnell Besitz von seinen Trägern. Vielleicht setzt Sam ihn aber auch nur aus Angst vor den Orks auf. Denn ohne Frodo, den er beschützen musste, hat er Angst vor den Orks. Doch als die Orks Frodo mitnehmen, ändert Sam seine Einstellung, wieder unter größten Selbstvorwürfen: Ich kann’s nicht ändern. Mein Platz ist bei Herrn Frodo. Das müssen sie einsehen - Elrond und der Rat und die hohen Damen und Herren mit all ihrer Weisheit. Ihre Pläne sind fehlgeschlagen. Ich kann nicht für sie den Ring tragen. Nicht ohne Herrn Frodo. (Die zwei Türme, S. 432) Sam macht sich also auf in Richtung des Turms, in den die Orks Frodo getragen haben. Er schafft es in den Turm zu gelangen und lauscht einem Gespräch von Orks. So erfährt er, dass Frodo noch am Leben ist. Und [e]r hatte keinen Zweifel mehr, was nun seine Pflicht war: den Chef zu retten oder bei dem Versuch umzukommen (Die Wiederkehr des Königs, S. 205). Sam macht sich auf den Weg durch den Turm nach oben. Dort findet er Frodo. Die Orks nennen Sam wegen seiner Kleidung, die er von Galadriel bekommen hatte, einen Elbenkrieger und Sam kommt diese Angst zugute: Ja! Der Elbenkrieger geht um! […] Ich komme. Zeig mir den Weg rauf, oder ich zieh’ dir die Haut ab! (Die Wiederkehr des Königs, S. 214) Sam schafft es, Frodo eine Orkrüstung zu besorgen und aus dem Turm zu fliehen. Er gibt Frodo den Ring wieder und bietet ihm an die Last weiterzutragen und die Qual für seinen Chef auf sich zu nehmen, doch Frodo schreit ihn an.

Hier zeigt sich wieder seine unendliche Freundschaft zu Frodo. Denn Sam reagiert auf dessen Ausrasten verständnisvoll. Er übernimmt die Führung in Richtung Schicksalsberg. Weil Frodo am Ende seiner Kräfte ist, nimmt Sam ihn auf den Rücken und trägt ihn. So kann er doch noch die Last des Ringes für Frodo erleichtern und dazu beitragen, dass der Ring zerstört wird: „Ich komm’ dahin, und wenn ich auf dem Zahnfleisch gehen muss“, sagte Sam. „Und Herrn Frodo schlepp ich da rauf, und wenn mir’s Herz und Knochen bricht.“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 259)

An der Spitze des Schicksalsberges angelangt, lässt Sam Gollum am Leben, obwohl dieser Frodo anfällt, denn ein seltsames Gefühl hält ihn davon ab. Gollum beißt Frodo den Ring und den Finger ab und stürzt in das Feuer des Schicksalsberges. Die Erde beginnt zu beben und Frodo gibt die Hoffnung zu leben auf. Doch Sams Kämpferherz schafft es Frodo zu überzeugen: Aber wo wir doch jetzt schon einmal so weit gekommen sind, möchte ich noch nicht aufgeben. Versteh mich recht, aufgeben liegt mir irgendwie nicht. (Die Wiederkehr des Königs, S. 273) Die beiden Gefährten werden schließlich von Gwaihir gerettet.

In Sicherheit und bei den anderen Gefährten angelangt, wird ihnen von Aragorn die größte Ehre erwiesen: Und zu Sams Verblüffung und heilloser Verwirrung beugte er das Knie vor ihnen, nahm sie bei der Hand, Frodo zur Rechten und Sam zur Linken, geleitete sie zum Thron und ließ sie darauf Platz nehmen (Die Wiederkehr des Königs, S. 278).

Zusammen mit Frodo, Merry und Pippin befreit Sam das Auenland von dem Bösen. Sam heiratet Rosie Kattun und zieht nach Beutelsend. Er wird Vater und nennt seine Tochter Elanor.

Sam ist der Liebling und treue Begleiter Frodos im Buch, der das Mitgefühl des Lesers erweckt.

 

G

ollum:  Gollums eigentlicher Name ist Sméagol. Den Namen Gollum hat er bekommen, weil er nach seinem Ringfund nur noch Schmatz- und Gluckslaute von sich gab. Früher war er ein hobbitähnliches Wesen, doch nachdem er den Einen Ring gefunden hatte, entwickelte er sich zu einer seltsamen Kreatur, die lichtscheu ist und sich deshalb nur im Dunklen auf die Jagd begibt und die zwei Persönlichkeiten in sich trägt, denn sie spricht immer von „uns“.

Der wahre Finder des Ringes war Déagol, Sméagols Freund. Weil aber Sméagol den Ring unbedingt haben wollte, bat er Déagol, ihm den Ring als Geburtstagsgeschenk zu geben. Doch dieser wollte den Ring behalten. Sméagol ging Déagol an die Kehle und erwürgte ihn, weil das Gold so schön in der Sonne glänzte (Die Gefährten, S. 79). Wegen des Mordes an seinem Freund wird er aus seiner Familie verstoßen und lebt fortan in einer Höhle, abge-schottet von allen anderen. Gollum redet nur noch mit dem Ring, seinem Schatz. Nach einigen Jahren gelangt der Hobbit Bilbo Beutlin in die Höhle, findet den Ring und nimmt ihn an sich. Gollum begegnet Bilbo, weil dieser aber bewaffnet ist, überredet er den Hobbit zu einen Rätselspiel. Schließlich gewann Bilbo, mit mehr Glück (wie es schien) als Verstand, denn als ihm zuletzt kein Rätsel mehr einfallen wollte, berührte seine Hand den Ring, den er aufgehoben und seither vergessen hatte, und er rief: Was hab ich da in meiner Tasche? Das bekam Gollum nicht heraus, obwohl Bilbo ihn dreimal raten ließ (Die Gefährten, S. 28). Zu spät erkennt Gollum, was Bilbo da in seiner Tasche hat und somit wechselt der Ring seinen Besitzer. Aber Gollum versuchte, Bilbo und seinen Schatz wiederzufinden. Doch er wird von dem Zauberer Gandalf und dem Waldläufer Aragorn gefangen und den Elben übergeben, die ihn bewachen sollen. Gollum aber wird von Orks befreit, die ihn zu Sauron nach Mordor bringen, um herauszufinden, wo sich der Eine Ring befindet. Er wird nach langer Folter   wieder freigelassen und macht sich erneut auf, um sich an Bilbo zu rächen: „Dieb, Dieb, Beutlin! Wir hassen ihn auf immerdar!“ (Die Gefährten, S. 29). Gollum hat den Ring so lange besessen, dass er ohne ihn nicht mehr leben kann. Er ist süchtig nach dem Ring und würde alles für ihn tun.

Manchmal kommt Sméagols  Persönlichkeit, die Gollum in sich zu unterdrücken versucht, wieder zum Vorschein. Doch auch wenn er dann kurzzeitig die Kontrolle über Gollum hat, dauert es meistens nicht lange, bis Gollum Sméagol wieder unterdrückt hat.

Nach seiner Freilassung aus Mordor verfolgt Gollum die Ringgemeinschaft heimlich auf ihrem Weg. Doch er bleibt nicht unbemerkt. Aragorn und Frodo Beutlin bemerken den Verfolger. Aragorn sagt: „Er ist sehr gefährlich. Nicht nur, weil er auf eigene Faust zu jedem Meuchelmord bei Nacht fähig ist, sondern weil er auch alle Feinde weit und breit auf unsere Fährte bringen kann“ (Die Gefährten, S. 496f.).

Gandalf findet heraus, wie Gollum an den Ring gelangte und er erzählt dem Ringträger Frodo davon: „Mein Herz sagt mir, dass er, ob zum Guten oder zum Bösen, noch eine wichtige Rolle zu spielen hat; und dann könnte von Bilbos Mitleid das Schicksal vieler anderer abhängen- nicht zuletzt deines“ (Die Gefährten, S. 88). Mit dieser Vorahnung soll er bis zuletzt Recht  behalten!

Als die Gefährten sich trennen und Frodo und Sam Gamdschie sich alleine auf den Weg nach Mordor machen, verfolgt Gollum die beiden unbemerkt, bis er schließlich am Fuße der Emyn Muil entdeckt wird. Von dort an wird er als eine sehr zwiespältige Person gesehen. Frodo sieht ihn als eine Art Wegbegleiter, Sam dagegen als eine Person, der man nicht trauen darf. Auch nachdem Gollum seinen Schwur geleistet hat, die beiden sicher nach Mordor zu führen, misstraut Sam ihm völlig. Dies scheint nicht unbegründet, denn während Frodo schläft, wird Sam Zeuge eines Selbstgespräches, das Gollums Persönlichkeiten, Gollum und Sméagol, bezüglich des Ringes untereinander austragen. Denn der „Stinker“ (Gollum) und der „Schleimer“ (Sméagol), wie sie von Sam genannt werden, sind sich einig, den Ring bald an sich zu nehmen.

Doch obwohl Frodo und Sam wissen, was für eine Gefahr Gollum darstellen kann, ist er für die beiden enorm wichtig für den weiteren Verlauf der Reise. Da er als einziger der drei schon einmal in Mordor war, kennt nur er den gefährlichen Weg. Er führt die Hobbits vorbildlich durch die Totensümpfe und es scheint, als ob er sich nach dem Schwur tatsächlich zur „guten Seite“ hinbewegt. Nachdem Frodo und Sam auf Faramir treffen, ist Gollum für einige Zeit verschwunden. Hier lässt sich nur erahnen, dass er seinem liebsten Hobby, dem Jagen, nachgeht. Er wird schließlich in einem Teich beim Fischen gefunden und auf Frodos Wunsch hin am Leben gelassen. Zu dritt machen sie sich wieder auf den Weg. Nun ist es Gollums Aufgabe, die beiden Hobbits in das dunkle Land hineinzuführen. Dies gelingt ihm auch bis zur Höhle von Kankra, einer riesigen Spinne. Gollum kennt Kankra schon länger und verehrt sie. Er lässt Frodo und Sam in ihre Höhle laufen in der Hoffnung, dass die Spinne die beiden tötet und er so „seinen Schatz“ wiederbekommt. Über sein Verlangen nach dem Ring vergisst er seinen Schwur und verrät Frodo und Sam ohne Zögern.

Auf dem Schicksalsberg treffen die beiden Hobbits wieder auf Gollum. Dieser versucht abermals den Ring in seine Gewalt zu bringen: „Böser Chef bestiehlt uns, bestiehlt Sméagol, gollum. Muss nicht da lang. Muss Schatzzz keinen Schaden tun. Soll ihn Sméagol geben, gewiss, gib ihn unzzz! Gib ihn unzzz!“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 264). Er greift den geschwächten Frodo an, doch der will den Ring nicht kampflos preisgeben, da auch er dem Ring schon stark verfallen ist. Frodo gewinnt den Kampf um den Ring, denn Gollum war schwer gezeichnet von den abscheulichen Wegen, die ihn hierher geführt haben mochten, durch Einsamkeit, Hunger und Durst, getrieben von einer verzehrenden Begierde und einer entsetzlichen Angst. Ein dünnes, ausgemergeltes Gerippe war er, überspannt von fahler, faltiger Haut. Ein irrer Funke glühte in seinen Augen, aber die Kraft in seinen Fingern war nicht mehr auf der Höhe seines bösen Willens (Die Wiederkehr des Königs, S. 264). Frodo weist Gollum zurück und geht dann weiter. Sam will den „Stinker“ töten, doch dieser bittet um Vergebung: „Nicht töten!“ jammerte er. „Bring uns nicht um mit bösem, hässlichem Stahl! Lass uns leben, ja, noch ein bisschen länger leben! Verlassen, verlassen, wir sind verlassen! Und wenn der Schatz hin ist, werden wir sterben, jawohl, in den Staub beißen“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 265). Sam hat Mitleid mit ihm und lässt ihn laufen. Doch Gollum folgt Sam in die Kluft des Schicksalsbergs. Dort ist Frodo kurz davor den Ring ins Feuer zu werfen, doch dann steckt er sich diesen an und will verschwinden. Aber Gollum kämpft erneut mit ihm: Am Rande der Spalte kämpfte Gollum wie verrückt mit einem unsichtbaren Gegner. Hin und her wand er sich, jetzt so nah am Abgrund, dass er fast hinein-gestürzt wäre, dann sich zurückreißend, zu Boden fallend, aufstehend, wieder fallend. Die ganze Zeit zischte und fauchte er, er sprach aber kein Wort. […] Plötzlich zog Gollum seine Hände zum Mund herauf; seine weißen Fangzähne blitzten und schnappten zu. Frodo schrie auf, und da war er wieder, am Rand der Spalte auf die Knie gesunken. Gollum aber, wie ein Wahnsinniger umhertanzend, hielt den Ring hoch, in dem noch ein Finger steckte und der nun leuchtete, als sei er wahrhaftig aus einer lebenden Flamme geschmiedet. „Schatz, Schatz, Schatz!“ schrie Gollum. „Mein Schatz! O mein Schatz!“ Und bei diesen Worten, als er den Blick erhoben hatte, um sich an seiner Beute zu weiden, trat er fehl, schwankte, suchte für einen Augenblick am Rand der Spalte das Gleichgewicht und stürzte mit einem schrillen Aufschrei hinab. Aus der Tiefe klang noch ein letztes klagendes Schatz! herauf, und weg war er (Die Wiederkehr des Königs, S. 268).

Nach Gollums Tod fällt Frodo etwas ein: „Aber erinnerst du dich an Gandalfs Worte: Selbst Gollum hat vielleicht noch etwas zu tun? Ohne ihn, Sam, hätte ich den Ring nicht vernichten können. Die Fahrt wäre vergeblich gewesen, mitsamt dem bitteren Ende. Darum wollen wir ihm verzeihen. Denn unser Auftrag ist erfüllt, und nun ist alles aus“ (Die Wiederkehr des Königs, S. 269).

 

T

héoden:  [E]in Mann, vom Alter so gebeugt, dass er kaum größer als ein Zwerg zu sein schien; doch sein weißes Haar war lang und voll und fiel in dicken Flechten unter einem schmalen goldenen Stirnreif herab. Mitten auf der Stirn leuchtete ein weißer Diamant. Sein Bart lag wie eine Schneewehe auf seinen Knien, doch in seinen Augen stand noch ein heller Funken, der aufblinkte, als er den Besuchern entgegensah. (Die zwei Türme, S. 141)

Diese Beschreibung trifft, zumindest am Anfang des zweiten Teils des Romans, auf den Menschen Théoden, Thengels Sohn und Vater Théodreds, zu, welcher der König der Mark von Rohan ist: Er ist heruntergekommen, alt, und seinem Tod nahe; nichts mehr ist übrig von dem großen Krieger aus den alten Zeiten. Das liegt daran, dass er von Saruman verzaubert worden ist, der außerdem Théodens Dienstboten, den verräterrischen Gríma Schlangenzunge für sich und seine Sache gewinnen konnte. Eine weitere Eigenschaft des Königs zu Anfang ist, dass er äußerst misstrauisch Fremden gegenüber ist. Dies kann man zum Beispiel daran sehen, dass der Zwerg Gimli, der Mensch Aragorn und der Zauberer Gandalf und der Elb Legolas vor dem Betreten der sogenannten „Goldenen Halle“, in der Théoden regiert, von den Wachen aufgefordert werden, all ihre Waffen abzulegen. Der König jedoch kennt Gandalf. Und selbst als die Gäste dem Befehl nachkommen, ist der Herr der Mark keinesfalls erfreut sie zu sehen: Ich grüße dich, und vielleicht erwartest du, dass ich dich willkommen heiße. Aber, um die Wahrheit zu sagen, dich zu empfangen, ist mir eine zweifelhafte Freude, Meister Gandalf. Immer bist du ein Unglücksbote gewesen. Die Sorgen folgen dir wie die Krähen, und je öfter du kommst, desto schlimmer wird es. Ich will dir nichts vormachen: […] als Éomer die Nachricht brachte, du hättest endlich deine letzte Fahrt angetreten, habe ich nicht getrauert. Doch Nachrichten aus der Ferne sind selten wahr, und da bist du schon wieder! Und wieder bringst du schlimmeres Unheil als zuvor, wie man ja erwarten konnte. Warum sollte ich dich willkommen heißen, Gandalf Sturmkrähe? Das sage mir! (Die zwei Türme, S. 141)

Doch trotzdem kommen die beiden ins Gespräch und Gandalf „heilt“ ihn,  indem er ihm hilft: Langsam streckte Théoden die Hand aus. Als seine Finger sich um das Heft schlossen, schien es den nahebei Stehenden, als kehrten Kraft und Festigkeit in seinen Arm zurück. Dann hob er die blitzende Waffe und ließ sie durch die Luft sausen. Er stieß einen lauten Schrei aus. Dann, mit klarer, weit tragender Stimme, rief er in der Sprache von Rohan das Volk zu den Waffen. (Die zwei Türme, S. 147)

Außerdem klärt der Zauberer ihn über Gríma Schlangenzunge auf. Diesen stellt er dann vor die Wahl: Er lässt ihn entscheiden, ob er lieber mit ihm ziehen möchte, um so seine Loyalität im Kampf unter Beweis zu stellen, oder ob sie getrennte Wege gehen möchten, warnt ihn aber auch davor, dass er ihm gegenüber im letzteren Fall kein Erbarmen mehr zeigen werde; und genau diesen Weg geht Schlangenzunge dann auch. So erlebt der König einen völligen Sinneswandel; er schließt sich der Truppe an, reist mit ihr und wird wieder zu einem mächtigen Krieger.

Und auch Sarumans Stimme weiß er später dann zu widerstehen, woran die Veränderung ebenfalls deutlich wird. Denn als dieser ihn überzeugen möchte, Frieden mit ihm zu schließen, weiß Théoden zu erwidern: Wir werden Frieden haben, wenn du mitsamt all deinen Werken vernichtet bist – und ebenso die Werke deines dunklen Gebieters, dem du uns ausliefern möchtest. Ein Lügner bist du, Saruman, und ein Verführer der Menschenherzen. Du streckst mir die Hand hin, und ich bemerke, dass sie nur ein Finger der Klaue Mordors ist. Grausam und kalt. […] Hámas Leib haben deine Leute vor dem Tor der Hornburg zerhackt, als er schon tot war. Erst wenn du vor deinem Fenster am Galgen baumelst, deinen Krähen zum Fraß, dann werde ich mit dir und Orthanc Frieden haben. So stehst du mit dem Haus Eorl. Nur ein minderer Sohn großer Ahnen bin ich, hab es aber doch nicht nötig, dir die Hand zu lecken. Betöre andere! Aber ich fürchte, deine Stimme hat ihre Zauberkraft eingebüßt. (Die zwei Türme, S.229)

So zieht er weiter, begleitet von der kleinen Truppe und ist schließlich auch in Gondor, auf den Feldern des Pelennor, an der Schlacht um Minas Tirith beteiligt, doch diese wird Théoden zum Verhängnis: Kurz nachdem der König den Häuptling der Haradrim im Kampf tötet, wird sein Pferd Schneemähne von einem schwarzen Pfeil durchbohrt und begräbt seinen Reiter unter sich. Théoden überlebt den Unfall nicht. Schließlich wird er in Gondor bestattet.

 

U

glúk:  Uglúk ist Hauptmann eines Trupps der Uruk-hai, die im Verhältnis zu anderen Orkstämmen außerordentlich groß und stark sind. Befehligt wird diese Sippschaft von Saruman, der sie für seine bösen Zwecke gezüchtet hat.

Uglúk hat von diesem den Auftrag bekommen Hobbits gefangen zu nehmen, aber statt  Frodo Beutlin, dem Saruman eigentlich den Ring abnehmen wollte, nimmt er Pippin Tuk und Merry Brandybock gefangen, nachdem Boromir einen letzten verzweifelten Angriff gestartet hat, um die beiden zu retten, bei dem er schließlich umkommt. Als es zum Streit zwischen den Uruk-hai und den Orks von Sauron, weil beide Stämme den Hobbits zu ihrem Herrn bringen wollen, beginnen sie sich gegeneinander zu bekämpfen, wobei die Uruk-hai ohne große Verluste siegen. Was Uglúk und seine Orks aber nich merken ist, dass Pippin und Merry sich inzwischen von ihren Fesseln befreit haben, zuerst bietet sich den beiden noch keine Gelegenheit zu fliehen. Diese aber ergibt sich, als sie von den Reitern aus Rohan angegriffen und alle, Uglúk eingeschlossen, umgebracht werden.

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