Vandalismus: Müssen wir das Außengelände einzäunen?


Vandalismus15-05-2015-Bild 2Das Außengelände des Gymnasiums Bersenbrück erstreckt sich bis an die Hase. Außerhalb der Schulzeiten gehen viele Bersenbrücker dort spazieren, manche grillen im Sommer am Flussufer. Vandalismusschäden trüben die Idylle. Muss die Schule das Gelände einzäunen, um sich zu schützen? Den Zugang zur Hase dichtmachen?

Schulleiter Falk Kuntze behagt dieser Gedanke gar nicht. Da gibt es zum Beispiel den Spielplatz mit seiner Kletterburg aus Holz. Die wird nicht nur von jungen Schülern heiß geliebt, auch junge Familien sollen den Platz auf ihren Spaziergängen ansteuern dürfen. „Doch die machen das jetzt nicht mehr“, bedauert Kuntze. „Überall liegen Glasscherben im Sand.“

Die Scherben sind ein Zeichen dafür, dass der Winter vorbei ist, in dem bestenfalls ein paar Hartgesottene abends in einer windgeschützten Ecke hocken. Nun beginnt der Sommer, in dem Hundebesitzer ihre Tiere laufen lassen, ohne sich um deren Hinterlassenschaften zu kümmern. Und junge Kampftrinker sich in den Sichtschutz der Hütte auf dem Spielplatz zurückziehen, ihre Flaschen in Scherben hauen, an der Hütte zündeln. Nebenan werden Klinkersteine aus dem Pflaster gebrochen und auf die Kletterburg geschleudert. Das Spielplatzgelände ist wegen der Schäden gerade gesperrt.

Sorgen macht der Schule auch, dass manche Besucher in der Hase baden. Beim Bootshafen ist den Ruderern des Gymnasiums nämlich ein Stahlträger ins Wasser gefallen, der nicht mehr zu bergen ist. Ein beherzter Sprung in die kühlen Fluten kann mit schweren Verletzungen enden.

Gruppenveranstaltungen an der Hase mag Schulleiter Kuntze im Moment auch deshalb nicht genehmigen. Bootswanderer müssten sich anderswo einen Platz für ihr Nachtlager suchen. Er habe schon Leute des Platzes verwiesen, die auf den Spielplatz uriniert oder dort gekifft hätten. Das sei unzumutbar.

In der Zeit des Reggae-Jam-Festivals ist das Gymnasium Campinggelände. Doch die Camper hielten sich zurück, berichtet der Schulleiter, sie könnten aber für einen teuren Schaden am Blitzableiter auf einem Flachdach der Schule verantwortlich sein. Jemand dürfte auf dieses Dach gestiegen und auf den Blitzabtreter getreten sein.

Kontrollgänge auf dem Gelände? Samtgemeinde Bersenbrück und Polizei schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, berichtet der Schulleiter. Schulvorstand und Kollegium hätten das Problem schon sehr kontrovers diskutiert. Da gebe es eine Pro-Bersenbrück-Fraktion, die den Bewohnern der Stadt ihr Gewohnheitsrecht an der Uferpromenade lassen möchte. Das möchte auch der Schulleiter. Doch irgendwann könne er dem Hausmeister nicht mehr zumuten, immer wieder aufzuräumen und Schäden zu beseitigen. Weitere Bilder und die Artikel aus dem „Bersenbrücker Kreisblatt“ vom 13.05.2015 finden Sie hier:

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Bersenbrücker Kreisblatt 13.05.2015
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Bersenbrücker Kreisblatt 13.05.2015
Bersenbrücker Kreisblatt 13.05.2015
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Gymnasium Bersenbrück