Kurzgeschichte zum Thema Plastik – Nachtrag zur Projektwoche


„Warum haben ausgerechnet wir die Aufgabe gekriegt an einen großen See zu gehen, um herauszufinden wie viel Plastik da drin liegt?“, fragte ich genervt meine beste Freundin Charlie. Sie verdreht die Augen: „Da hast du selbst Schuld, Emilia. Du hast dich freiwillig gemeldet, diese Aufgabe zu machen.“ Ich antwortete gespielt beleidigt: „Ja schon, aber sie hat uns verarscht. Sie hat uns vorher nicht gesagt, wofür wir uns freiwillig melden, und du weißt, ich bin ein neugieriger Mensch.“ Sie winkte nur ab und zog mich am Arm mit. Auf dem Weg zum Park quatschten wir noch über Gott und die Welt. Im Park angekommen, erwartete uns dann der blanke Horror: Die Mülltonnen quollen über, auf der Wiese war überall Plastik verteilt und selbst im Wasser sahen wir eine kleine Menge an Plastik. Charlie und ich kriegten den Mund vor Schock gar nicht mehr zu. „Ist es so schlimm wie ich denke?“, fragte Charlie mich. Ich nickte nur. Bevor wir beide noch weiter überlegen konnten, fingen wir auch schon an das ganze Plastik aufzuheben, in Müllsäcke zu packen und wenn diese voll waren einen neuen zu holen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, aber wie ich feststellen musste, als ich auf mein Handy sah, nach zweieinhalb Stunden, waren wir soweit fertig. Das einzige, was noch nicht weg war, war das Plastik im Wasser. Wir lehnten uns an die alte Eiche im Park und machten eine Pause. Ich fragte Charlie: „Wie sollen wir denn das Plastik aus dem Wasser rauskriegen? Ich mein, wir können das da ja nicht drin lassen.“ Sie überlegte kurz und schien dann eine Idee zu haben: „Du hast nicht zufällig deinen Selfie-Stick dabei, oder?“ „Doch habe ich, aber was hast du denn damit vor?“, fragte ich verwirrt, dann blühte es mir: „Charlie, nein. Ganz sicher nicht. Das kannst du nicht machen.“ „Hast du eine bessere Idee?“, motzte sie mich schon fast an. Ich schüttelte betrübt mit meinem Kopf und gab ihr widerwillig den Selfie-Stick. Sie holte mit Leichtigkeit das Plastik aus dem Wasser und wir machten uns auf den Weg zu mir nach Hause. Nach über drei Stunden verabschiedeten wir uns und waren gewappnet für den morgigen Tag.

 

Zeitsprung (nächster Tag)

 

In den ersten beiden Stunden hatten wir Sport. Gott, wie ätzend. Danach sehe ich immer richtig doof aus, aber egal. Die Klassenleiterstunde stand an. Charlie und ich hatten was vorbereitet, was wir den anderen unbedingt mitteilen wollten und auch mussten. Wir standen vorne, vor allen anderen. Ich hasse sowas, aber diesmal ging es um ein sehr wichtiges Thema, also war das diesmal aushaltbar. Ich klickte auf den Laptop und schon erschien das erste Bild von denen, die wir gestern im Park gemacht hatten, an der Wand. „Also, das ist sind die Bilder, die Charlie und ich gestern vom Park gemacht haben.“, fing ich an. Während hinter uns die Bilder weiterliefen, redete Charlie weiter: „Wie ihr seht ist das viel Plastik und das ist nur ein kleiner Park. Stellt euch dann mal vor was in einer Großstadt an Plastikmüll rumliegt.“ Weitere Bilder erschienen hinter uns, diesmal aber aus dem Internet. „Im Moment haben wir ungefähr 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr im Meer was einer Lastwagenladung pro Minute entspricht. Das ist aber nur an der Oberfläche. Am Boden sind es rund 80 Millionen Tonnen. Jährlich sterben Unmengen an Tieren da sie Plastik gegessen haben oder sich drin verfangen haben. Viele Meerestiere sterben aber auch an natürlicher Ursache, aber wenn sie später untersucht werden, werden oftmals aber auch Plastikrückstände in den Tieren gefunden. Wollt ihr das wirklich das Tiere sterben, weil ihr zu blöd seid euren Müll richtig zu entsorgen?“ Alle schüttelten mit dem Kopf. Na geht doch, dachte ich mir. Dann hat diese Klasse doch noch etwas Mitgefühl für Tiere. „Wer glaubt denn das er am Tag mehr Plastik benutzt, als eigentlich nötig wäre?“ Fast alle hoben die Hand. Und das ist echt traurig, allerdings darf ich darüber auch nichts sagen, da ich selber meine Hand heben musste. „Daran müssen wir dringend was ändern. Sonst enden wir alle begraben unter dem ganzen Plastik.“, beendete ich unsere kleine Rede. Ich schloss die Fotos und öffnete Word. Charlie fragte in die Runde: „Was könnte man denn machen um weniger Plastik zu verbrauchen, damit nicht alle Städte so aussehen wie der Park gestern?“ Es schossen mehrere Hände nach oben und, während Charlie drannahm, schrieb ich alles Wichtige auf. Nach der Besprechung hatten wir eine gute Liste erstellt, was man machen kann, um weniger Plastik zu verbrauchen. Lösung für weniger Plastikverbrauch: – auf unnötiges Plastik verzichten (z.b. Strohhalme, Plastikteller, Plastikbesteck, etc…)

– keine Plastiktüten zum Einkaufen benutzen, stattdessen kann man einen Rucksack mitnehmen oder welche aus Stoff benutzen

– mehr Gläser (auch welche die man für unterwegs mitnehmen kann) als Ersatz für Plastikbecher benutzen

– Lebensmittel, die man lose kaufen kann, auch lose kaufen und nicht noch in eine Plastiktüte packen

– eine Dose oder ähnliches mit in den Supermarkt nehmen und das, was extra in Plastik verpackt wird, in die Dose packen lassen

– Müll trennen (ganz wichtig)

– Müll aufsammeln (also am Strand, im Park oder so wo halt Müll liegt) und wegschmeißen

 

„Das war ein toller Vortrag, zu einem dazu noch sehr wichtigen Thema.“, lobte uns unsere Lehrerin. Wir setzten uns wieder hin und sie übernahm das Wort: „Perfekt zu diesem Vortrag, habe ich eine Aufgabe für euch. Ihr sollt euch bitte an diese Punkte halten und weniger Plastik verbrauchen. Nach ein paar Wochen werden wir dann ausrechnen, wieviel Plastik ihr als gesamte Klasse weniger benutzt habt. Schreibt euch noch eben die Punkte auf, falls noch nicht geschehen. Wenn ihr fertig seit, dürft ihr gehen. Charlie, Emilia kommt ihr gleich nochmal zu mir?“ Wir nickten und nachdem alle draußen waren, sprach unsere Lehrerin uns nochmal an: „Ich habe euch eben zwar schon gelobt, aber wirklich ihr habt da beide tolle Arbeit geleistet. Hoffentlich können wir damit noch mehr Leute dazu bringen weniger Plastik zu benutzen.“ „Danke.“, antworteten wir beide wie aus einem Munde. „Na, dann geht mal in die Pause.“, scheuchte sie uns raus. Charlie und ich waren überglücklich, das es so gut geklappt hat, und nichts konnte uns noch den Tag verderben. Nicht einmal die Zwei Stunden unseres Hassfaches bei unserer Hasslehrerin, die wir dann noch hatten. Wir packen das Plastikproblem gemeinsam an und wir lösen es auch gemeinsam.

 

Julia Ehlting, 8a

Gymnasium Bersenbrück